Interview mit Wilfried Anreiter- Metroraum Verkehr

Interview mit Wilfried Anreiter

Wilfried Anreiter
Wilfried Anreiter, Leiter Abteilung Gesamtverkehr Kt.Zürich

Herr Anreiter, kürzlich berichteten die Medien über das 4. Gleis zwischen der Bahnstrecke Zürich-Winterthur und stellen ein Schlüsselprojekt der Metropolitankonferenz, den Bau des Brüttenertunnels, in Frage. Was meinen Sie dazu?
Das 4. Gleis bei der Abzweigung Hürlistein – Effretikon hat nicht unmittelbar etwas mit dem Schlüsselvorhaben Brüttenertunnel zu tun. Es ist ein Bestandteil des Programms ZEB («Zukünftige Entwicklung Bahninfrastruktur»), wurde vom Bund 2009 beschlossen und ist zwingend notwendig für die Durchmesserlinie und die 4. Teilergänzungen der S-Bahn Zürich. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich der Brüttenertunnel deswegen erübrigt. Der Zürcher Regierungsrat besteht weiterhin auf dem Bau des Brüttener Tunnels.

Wann fährt der erste Zug durch den Brüttener?
Angesichts des laufenden politischen Prozesses wird die Inbetriebnahme wohl nicht vor 2025 sein.

Warum ist der Brüttenertunnel für den Metroraum Zürich so zentral?
Der Brüttenertunnel ist eine zukunftsorientierte Lösung, welche auch Aspekte wie Trennwirkung, Lärm und Luftbelastung und Chancen für die Siedlungsentwicklung in der Gemeinde Effretikon berücksichtigt. Die Metropolitankonferenz hat sich nach eingehender Evaluation mit spezifischem Blick für die verkehrspolitischen Bedürfnisse des gesamten Metropolitanraumes für insgesamt sieben Massnahmen auf Strasse und Schiene entschieden, deren Gesamtwirkung auf den Verkehr optimiert ist.

Der Brüttenertunnel beseitigt schliesslich nicht nur den Engpass auf dem Schienennetz zwischen Winterthur-Zürich, sondern verbessert auch die Erreichbarkeit zu benachbarten Metropolitanräumen wie Stuttgart, München und Rhein-Main.

Warum sind neben dem Brüttenertunnel noch weitere Begleitmassnahmen notwendig?
Bei jedem grossen Eisenbahnvorhaben, so auch beim Brüttenertunnel, sind Begleitmassnahmen im bestehenden Netz nötig, um das Potential des Tunnels hinsichtlich Kapazitätserweiterung und Fahrzeitverkürzung auch voll ausschöpfen zu können. Diese Massnahmen sind im Zuge weiterer Planungen noch festzulegen.

Interview: Julia Weber

Zurück zu Aktuelles


Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter: